Ioana Stanciu
Das Buch mit dem Titel 'Rheologie des Blutes von Haustieren' ist in vier Kapitel gegliedert. Die Rheologie, die Wissenschaft von der Verformung und dem Fließen von Materie, befasst sich mit dem Verhalten komplexer Flüssigkeiten wie Blut. In biologischen Systemen funktioniert Blut als nicht-newtonsche Flüssigkeit, d. h. seine Viskosität variiert mit der Scherrate. Die rheologischen Eigenschaften des Blutes sind für die Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Gewebedurchblutung von entscheidender Bedeutung und werden von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter Hämatokrit, Plasmaviskosität, Verformbarkeit der roten Blutkörperchen (RBC) und Aggregation.Bei Haustieren - wie Rindern, Pferden, Schafen, Ziegen, Schweinen und Hunden - hat die Blutrheologie sowohl in der Klinik als auch in der Forschung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Speziesspezifische Unterschiede in der Blutzusammensetzung und den Fließeigenschaften können die Diagnose, das Management und die Behandlung von Kreislauf- und Stoffwechselstörungen erheblich beeinflussen. So weisen Pferde aufgrund von Unterschieden im Hämatokrit und in den Eigenschaften der roten Blutkörperchen im Allgemeinen eine höhere Blutviskosität auf als Hunde, während Wiederkäuer wie Rinder und Schafe besondere Anpassungen aufweisen, die mit ihrer Verdauungsphysiologie und ihren Anforderungen an den Sauerstofftransport zusammenhängen.