Daniel Kohlstadt
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Kunst - Kunsthandwerk, Note: 2,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Veranstaltung: Was bedeuten Original und Kopie im 19. Jahrhundert?, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Marienburg wird in der heutigen Zeit als eine der bedeutsamsten Ordensburgen des Mittelalters angesehen, jedoch unterliegt diese Betrachtungsweise einem stetigen, zeitgenössischen Wandel. Obwohl die komplexe Schlossanlage den Anschein eines zusammenhängenden Gesamtgefüges erweckt, welches nach einer einheitlichen und konsequent durchgeführten Konzeption realisiert wurde, ist sie in Wahrheit jedoch ein architektonisches Produkt eines über Jahrhunderte währenden Prozesses. Zahlreiche Zerstörungen, politisch motivierte Maßnahmen und bautechnische Überlegungen haben das Wesen der Burg im Laufe der Jahrhunderte tiefgreifend verändert. Dies führte dazu, dass der ehemals prachtvolle Sitz des Deutschen Ordens im 18. Jahrhundert weitgehend in Vergessenheit geriet. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts aber folgte eine Neuentdeckung der Burg, bei der sich unter Berücksichtigung der Vergangenheit erstmals die Bemühung heraus kristallisierte, die mittelalterlichen Essenz der Architektur zu berücksichtigen. So kam es schließlich, dass die Marienburg neben dem Kölner Dom das Bauwerk wurde, das den Prozess der Denkmalpflege einleitete. Gleichzeitig wurde der Burg damit eine andere Identität und ein neuer Zweck verliehen. Die zwei wichtigsten Restaurationsphasen wurden unter der Leitung von Theodor von Schön und Conrad Steinbrecht betreut, die für die Zukunft der Marienburg jeweils einen bestimmten Stellenwert einnahmen. Doch wie sahen die Restaurierungen genau aus? Welche Aufgaben lagen den beiden Restaurationsphasen zugrunde? Und welche Rolle spielten dabei der politische - sowie der gesellschaftliche Zeitgeist? Mit diesen Fragen soll sich die vorliegenden Hausarbeit