Afef Khanfir / Wala BEN KRIDIS
Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC) ist eine aggressive neuroendokrine Malignität, die stark metastasiert und typischerweise erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird, was zu einer schlechten Prognose führt. Er macht 13-15 % aller Lungenkrebsfälle aus und steht in engem Zusammenhang mit dem Rauchen. Das schnelle Fortschreiten der Erkrankung, die Tendenz zur Entwicklung einer Resistenz gegen Chemotherapie und die häufige Metastasierung in Gehirn, Leber und Knochen stellen erhebliche Herausforderungen für die Behandlung dar. Eine initiale Therapie mit Chemotherapie, vor allem mit platinbasierten Schemata, führt bei einer Erkrankung im begrenzten Stadium oft zu guten Ergebnissen, aber bei den meisten Patienten kommt es schnell zu einem Rückfall, wobei eine Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium nur minimale Vorteile für das langfristige Überleben bietet. Jüngste Fortschritte in der Immuntherapie, insbesondere bei Immun-Checkpoint-Inhibitoren, sind vielversprechend für eine Verbesserung der Ergebnisse, insbesondere in Kombination mit einer Chemotherapie. Darüber hinaus werden derzeit gezielte Therapien untersucht, die auf spezifische molekulare Veränderungen wie MYC-Amplifikation und BCL2-Überexpression abzielen. Flüssigbiopsie-Technologien und molekulare Profilerstellung revolutionieren die Früherkennung und personalisierte Behandlung und bieten Hoffnung auf bessere Behandlungsstrategien.