Eugen Nesper
Die groBe amerikanische Radio-Amateurbewegung, Broadcasting ge nannt, setzte im Herbst 1921 ein. Einige Zeit darauf forderte mich Herr Verlagsbuchhandler Julius Springer auf, fur seinen Verlag ein Radio Amateurbuch zu schreiben. :Meine Bedenken dagegen bestanden damals hauptsachlich in dcr Tatsache, daB der Radiobetrieb in Deutschland staatlich nicht genehmigt war und aus monopolistischen Grunden auch wenig Aussicht hatte, zugelassen zu werden. Inzwischen hat sich aber nicht nur in ganz Amerika, sondern auch in den meisten Landern der alten Welt dcr Radio-Amateurbetrieb, stelienweise unter Hinweg setzung uber aile staatlichen Beschrankungen, Bahn gebrochcn und zahlt in Europa heute bereits mehrere l Iillionen Anhanger. Wcnn er in Deutschland auch bis he ute noch nicht offiziell erlaubt ist, so ist doch mit Bestimmtheit zu erwarten, daB dieses in kurzem der Fall sein wird, denn eine derartig intensive Bewegung laBt sich nicht durch kunstliche Gesetzesparagraphen und dergleiehen unterdrucken. Die besonderen Umstande, die somit heute noch fUr den Radio Amateurbetrieb in Deutschland vorliegen, haben nattirlich Form und Inhalt des vorliegenden Buches wesentlich beeinfluBt. Der umfassendc Bereich des 'Broadcasting', also der ungedruckten Zeitung in weitestem Sinne, ist im I. Kap. dargelegt. Es wird gezeigt, daB der Amateur die Patente Dritter nicht zu respektieren braucht, und es wird auf die gesetzliche und staatliche Regelung, insbesondere auf dic zurzeit in Deutschland noch bestehenden besonderen Verhalt nisse eingegangen.